SV 1906 Katzweiler e.V.
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SV 1906 Katzweiler

Medienberichte 2020

Benefizlauf: SV Katzweiler landet tollen Coup für die gute Sache

DIE RHEINPFALZ - Montag, 01. Juni 2020

Es war der krönende Abschluss eines siebenwöchigen Wettstreits: Mit der geballten Kraft von 50 Läufern wollten die Spieler des SV Katzweiler die Marathonstrecke von 42,195 Kilometern in Weltrekordzeit absolvieren. Am Ende lagen die Fußballer des SVK mit einer Zeit von 2:02:48 Stunden exakt 69 Sekunden über der Bestmarke von Eliud Kipchoge aus Kenia. Doch zu diesem Zeitpunkt waren längst alle Ziele und Erwartungen übertroffen gewesen. Auf der Spendenuhr stehen aktuell rund 13.000 Euro.

„Auf geht’s, das ziehen wir durch!“, munterte SVK-Vorsitzender Manfred Wilking über Lautsprecher noch einmal die Läufer auf. Die Zwischenzeit nach 36 Kilometern sorgte noch einmal für Hoffnung, hatten die Athleten doch eine gute Minute aufgeholt. Trainer und Mitinitiator Alexander Gauch feuerte seine Jungs immer wieder an und motivierte selbst die beiden Gastläufer: „Gib Gas, sonst darfst Du nicht nach Sambach zurückkommen!“ Währenddessen genoss Spielleiter Horst Schulz von außen die Szenerie: „Wir haben auch Spieler dabei, die eher trainingsfaul sind, da ist es eine Freude, das hier zu sehen.“

Und enttäuscht war nach dem gut zweistündigen Rekordversuch tatsächlich niemand. In Teilstrecken von 150 Metern gingen die 50 Läufer auf die Strecke. Aus erbitterten Kontrahenten wurde wieder eine homogene Einheit. Sieben Wochen lang lieferten sich „Keilers Erben“ und „Langers Helden“ einen Kampf auf Biegen und Brechen, um jeden Kilometer wurde unbarmherzig gekämpft. Noch am Tag zuvor wurden in geheimen Nachtläufen die Bilanzen aufgebessert, vier Läufer brachten gar noch einen kompletten Marathonlauf in die Wertung mit ein. Wochenlang hatten sich die Teams gegenseitig gepusht – und den Gegner auch verbal immer wieder unter Druck gesetzt.
Von Katzweiler nach Dortmund

Wer zwischendurch mal die Füße hochlegen wollte, wurde von seinen Teamkollegen sanft, aber bestimmt wieder wachgerüttelt. Beide Teams haben am Ende deutlich mehr als 8000 Kilometer erlaufen, „Keilers Erben“ retteten ihren knappen Vorsprung über die Ziellinie. In der Einzelwertung setzte sich Hendrik Hellriegel (879 Kilometer) knapp gegen Marco Weissmann (860) durch, auf dem dritten Platz folgte Matthias Fleischer (595). Alle Teilnehmer zusammen kommen auf die stolze Distanz von 16.366 Kilometern. Rechnet man alle gelaufenen Kilometer auf die Teilnehmer um, so hat jeder einzelne die Strecke von Katzweiler bis nach Dortmund absolviert.

Alles begann kurz vor Ostern: Spontan hatten sich die 46 aktiven Spieler des SV Katzweiler entschieden, einen Corona-Run ins Leben zu rufen. Mehrere Wochen lang sollte Geld für soziale Einrichtungen erlaufen werden, mit 1000 Euro stand eine erste Zielmarke im Raum. Zehn Cent pro gelaufenen Kilometer wollten Trainerteam und Spieler so zu gleichen Teilen spenden.

Doch was dann passierte, machte nicht nur die Verantwortlichen des SV Katzweiler sprachlos: Privatleute, Firmen und befreundete Vereine wie die SG Niederkirchen/Morbach, der SV Sambach, die HSG Kaiserslautern, die Turnabteilung des SVK und die Schiedsrichtervereinigung Kaiserslautern-Donnersberg haben sich spontan der guten Sache angeschlossen und insgesamt rund 13.000 Euro gesammelt. Die erlaufene Gesamtsumme wird dem Kinder- und Jugendhospiz der Stadt und des Landkreises Kaiserslautern sowie dem örtlichen Kindergarten und der Grundschule zufließen.
Voller Stolz und gerührt

Trainer Alexander Gauch hätte sich nicht im Traum ausmalen können, welche Lawine er und seine Spieler mit dem Corona-Run lostreten würden. Voller Stolz und sichtbar gerührt verneigte er sich vor seinen Spielern: „Ich kann nur alle Hüte vor Euch ziehen.“ Sein zuvor bekanntgewordener Wetteinsatz, sich bei mehr als 10.000 Kilometern die lange Haarpracht „stutzen“ zu lassen, wurde auf das vom unterlegenen Team auszurichtende Vereinsfest verschoben. Dieses findet voraussichtlich im Spätsommer statt.

Der Corona-Run unterstützt nicht nur soziale Einrichtungen, sondern hat auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) erreicht. Horst Schulz war entsprechend überrascht, als per Post vor einigen Tagen die „Fair-Play-Medaille 2019/20“ des DFB beim Sportverein eintraf. Auf der Urkunde prangt das Motto des diesjährigen Wettbewerbs: „Großer Sport lebt von kleinen Gesten.“

Öffnungszeiten Sportheim

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Freitag18:00 - 00:00
Sonntag10:00 - 14:00

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